5 Aktivitäten mit Kindern im Wald

Heutzutage sind unsere Kinder mehr denn je dem Leistungsdruck und den Digitalen Medien ausgesetzt. Smartphones fesseln ihre Aufmerksamkeit und bitten so viel Unterhaltung, dass die Kinder die Natur nicht mehr richtig wahrnehmen können. Gleichzeitig hat die Werbeindustrie ein großes Interesse daran und investiert viel Geld dafür, die Aufmerksamkeit der Kinder dauerhaft zu fesseln.

Meine Kindheit hat sich im Wald, auf der Wiese und im Hof mit den Tieren abgespielt. Wir konnten in den nahegelegenen Wald eintauchen, Staudämme und Laubhütten bauen, mit Tieren spielen, stundenlang auf der Wiese liegen und die vorbeiziehenden Wolken beobachten, im Regen tanzen und mit Matsch beschmiert Indianerspiele spielen. Und das alles ohne Eingreifen und Anleitung von Erwachsenen, ohne pädagogische Konzepte, ohne Shinrin Yoku und Waldbaden…einfach nur so, weil wir Kinder waren und die Natur intuitiv entdeckt und erlebt haben. Heute  müssen wir uns die Natur mühselig zurückerobern und die Kinder aktiv in den Wald begleiten. Kinder brauchen den Wald und der Wald braucht die Kinder. Im Wald gibt es unzählige Möglichkeiten mit den Kindern die Natur zu entdecken und zu erleben auch ohne zusätzliches Material. Nachfolgend findest du 5 Aktivitäten, die du mit deinem Kind im Wald unternehmen kannst.

Bäume bestimmen

Sucht euch einen Baum aus und schaut ihn genau an. Wie sehen die Äste aus? Wie fühlt sich die Baumrinde an? Welche Form haben Blätter? Wie sehen Früchte aus? Ist es ein Laub- oder Nadelbaum? Wie fühlt sich der Baum und die Wurzel an? Nimmt ein Bestimmungsbuch mit in den Wald und sucht nach bestimmten Merkmalen für diesen Baum. Fichte und Tanne sind beide Nadelbäume, haben aber bestimmte Unterscheidungsmerkmale. Ein Tipp: Beim Abziehen einer Nadel bleibt am Ende eine Fahne. Ist es Fichte oder Tanne? Welche Zapfen hängen nach unten und welche nicht? Meine Empfehlung: Fokussiert euch auf max. 2-3 Bäume und beschäftigt euch intensiv damit über einen längeren Zeitraum.

Spiel „Baumfreund“

Es handelt sich um ein ruhiges Wahrnehmungsspiel, bei dem vor allem der Tastsinn angesprochen wird. Eine Person lässt sich die Augen verbinden. Eine andere führt sie zu einem Baum. Blinde Person untersucht gründlich den Baum. Wir fühlt sich die Rinde an? Wie riecht der Baum? Was wächst daneben? Gibt es besondere Formen? Der Spieler darf sich ruhig viel Zeit lassen. Anschließend geht’s auf dem gleichen Weg zurück zum Ausgangspunkt. Die Augenbinde wird abgenommen und der Spieler darf seinen Baum suchen. Danach werden die Rollen getauscht.

Eine Laubhütte bauen

Sucht euch einen Baum mit niedriger Astgabel. Dann stellt ihr einen langen Stock schräg in die Astgabel, so verrutscht er nicht. Danach werden lange Ästen schräg links und rechts an den Hauptstock angelehnt. Am Baumstamm lässt ihr einen kleinen Eingang frei. Wenn das Gerüst fertig ist, sieht es aus wie eine Art Spitzdach. Jetzt könnt ihr mit Moos, Laub und Gräser die Hütte abdecken. Und fertig ist ein kleiner Unterschlupf.

LandArt mit Kindern

Sucht euch einen Baumstumpf oder Baumwurzel und verziert mit Mustern aus Rinde, Blätter, Ästen. Oder legt eine Blätter-Mandala auf dem Waldboden. In meinem Artikel „LandArt“ kannst du dich inspirieren lassen

Erde spüren

 Barfuß gehen macht stark und fördert die Entwicklung gesunder Gangmuster und Fußknochen. Such dir einen Flecken Erde, (Gras, Waldboden, Sand, Bach, Schnee), zieh deine Schuhe und Socken aus und lauf rum solange es angenehm ist. Einmal die Woche in den Wald fahren und den Erdboden zu spüren ist eine schöne Tradition.

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